17. Dezember 2007

Fotofallenmonitoring gestartet

Eine der wichtigsten Aufgaben im Luchsprojekt ist eine möglichst genaue Bestandserhebung und Erfassung der Populationsentwicklung des Luchses als Grundlage für das Management dieser Tierart. Um dieses bisher vor allem auf Zufallsbeobachtungen basierende Monitoring zu verbessern (siehe auch Luchsmonitoring), werden ab Mitte Dezember neue Erfassungsmethoden im Gebiet des Naturparks Bayerischer Wald getestet.

Im Rahmen einer Diplomarbeit wird eine Methode für den systematisierten Einsatz von Fotofallen entwickelt, die auch auf andere Mittelgebirgsregionen, wie beispielsweise das Fichtelgebirge, übertragbar sein soll. Die Untersuchung, die am 14. Dezember mit dem Stellen der ersten Fotofalle begonnen hat, wird bis Ende April 2008 laufen und auf einer Fläche von ca. 300 qkm im inneren und vorderen Bayerischen Wald die Anwesenheit von Luchsen nachzuweisen versuchen.

Der Auswahl geeigneter Fotofallen-Standorte kommt dabei eine große Bedeutung zu. Sie setzt profunde Kenntnis der Lebensweise des Luchses und viel Erfahrung im Freiland - durch Methoden wie Abspuren oder Radiotelemetrie - voraus. Dennoch bleibt es eine Herausforderung in einer mittelgebirgsartigen Region geeignete "luchswahrscheinliche" Standorte festzulegen, da hier im Gegensatz zu den Alpen nicht solch steiles Gelände vorhanden ist, in dem für den Luchs oder auch andere Wildarten nur ein Weg möglich ist (so genannte Zwangswechsel).

Daher berücksichtigt die Untersuchung bei der Standortwahl auch die Erfahrung von Jägern, die für ihr Revier oft wertvolle Hinweise geben können. Durch die Kombination mit eigenen regelmäßigen Abspuraktionen soll so im Verlauf der Untersuchung eine Feinjustierung der Fotofallenstandorte erreicht werden.

An dieser Stelle möchten wir neben den Revierinhabern auch dem Bayerischen Jagdverband und der Bayerischen Staatsforsten für ihre Unterstützung danken.

Weitere und ausführlichere Informationen zum Fotofallenmonitoring finden Sie in der nächsten Ausgabe der Luchs-Nachrichten (Nr. 6, vsl. Dezember/Januar).



4. Dezember 2007

Große Luchsausstellung in Freyung eröffnet

Im Freyunger Kulturhaus wurde gestern die große Luchsausstellung des Naturpark Bayerischer Wald e.V. eröffnet. Erster Bürgermeister Peter Kasper zeigte sich in seinem Grußwort erfreut, dass die Ausstellung in der Stadt Freyung präsentiert werden kann. Die umfangreiche Ausstellung bietet multimediale Informationen zur Biologie und Ökologie des Luchses. Themen wie Lebensweise, Nahrungswahl, Raumnutzung oder Jagdweise des Luchses sind sehr verständlich dargestellt, so dass die Inhalte auch für Schulklassen ab der vierten Jahrgangsstufe gut geeignet sind.

Die Luchsausstellung wurde seit ihrer Erstellung im Jahr 2002 an zahlreichen Stationen in Bayern und Österreich präsentiert und ist in Freyung bis zum Frühjahr 2008 zu sehen. Mehr zur Luchsausstellung und den Leihbedingungen finden Sie auf dieser Website unter InfoMaterial.



30. November 2007

CELTIC-Website geht Online

Das CELTIC-Konzept hat nun eine eigene Website unter www.lynx-celtic.eu bekommen. Die englischsprachige Website soll dem Austausch und der Darstellung der Arbeit der internationalen CELTIC-Gruppe dienen. Die Idee hinter CELTIC ist die Vernetzung der Bayerisch-Böhmischen Luchspopulation mit der autochtonen slowakischen Population, so dass eine langfristig überlebensfähige Metapopulation entsteht. Die CELTIC-Website wurde über das Luchsprojekt des Naturparks Bayerischer Wald e.V. realisiert und ist in ähnlichem Design gehalten, um die Verwandschaft zur Website des Luchsprojekts zu demonstrieren.



25. Juni 2007

5. Ausgabe der Luchs-Nachrichten erschienen

Es gibt sie wieder - die Luchs-Nachrichten. Sie waren ein bißchen ins Hintertreffen geraten als unsere Website www.luchsprojekt.de Anfang 2005 online ging. Und so liegt die letzte Ausgabe ganze drei Jahre zurück: sie erschien im Mai 2004.

Das Hauptinformationsmedium war seitdem unsere Website und die Resonanz war auch entsprechend groß. Da aber noch nicht alle am Luchs interessierten Menschen über einen Internet-Anschluss verfügen, haben wir die Luchs-Nachrichten wiederaufleben lassen und verschicken sie mit der Post.
Schneller kommt man an sie über diese Website. Unter InfoMaterial stehen alle Ausgaben zum Herunterladen zur Verfügung.

Inhaltlich ergänzen die Luchs-Nachrichten die Informationen, die Sie auf dieser Website finden. Die Diskussion um den Luchs berührt eine Vielzahl anderer Themen, wie z.B. den Umgang mit dem Rehwild, den zwischenmenschlichen Bereich oder andere große Beutegreifer wie Wolf und Bär. Daher war es von Anfang an das Ziel der Luchs-Nachrichten auch über diese Themen zu berichten.

Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Luchs-Nachrichten eine Bilanz zu "10 Jahren Luchsprojekt am Naturpark Bayerischer Wald e.V.", über praktische Tipps zur richtigen Deutung von Luchshinweisen, zum internationalen Treffen der CELTIC-Gruppe in der Slowakei und zum Wolfsvorkommen in Deutschland.



03. April 2007

Aktuelle Daten zur Meldeprämie

Die Daten zur Meldeprämie sind aktualisiert. Die Meldeprämie wird vom Landesjagdverband Bayern für vermutete und von einem Luchsberater bestätigte Luchsrisse (Reh-, Rot- oder Muffelwild) gezahlt, um die Meldefreudigkeit seiner Mitglieder zu fördern. Diese Meldungen sind ein wichtiger Beitrag zum Luchsmonitoring in Bayern.



26. März 2007

CELTIC-Meeting in der Slowakei

Vom 23.3. bis 25.3. trafen sich in Varin, Slowakei Vertreter aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei, um das CELTIC-Konzept weiter voran zu bringen. Die Vision von CELTIC ist eine natürliche Vernetzung der böhmischen und tschechisch/polnischen Teilpopulationen mit der slowakischen Luchspopulation. Bei dem Treffen wurde vor allem die Situation in der Slowakei thematisiert, da dort die Landschaftszerschneidung durch neu gebaute oder im Bau befindliche Autobahnen rasant zunimmt. Die Slowakei stellt mit der karpatischen Luchspopulation die nächste autochtone Population zu den Vorkommen in Deutschland.



19. März 2007

10 Jahre Luchsfonds

Der 1997 von Landesjagdverband Bayern, Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und Naturpark Bayerischer Wald e.V. gegründete Luchsfonds geht in sein 10-jähriges Bestehen. Bei bestätigten Luchsübergriffen auf Nutztiere wird aus diesem Fonds Ersatz gezahlt.
Die aktuellen Zahlen zur Höhe der erfolgten Ausgleichszahlungen, zur Anzahl der Übergriffe und zu den festgestellten Todesursachen sind nun unter den Seiten zum Luchsfonds veröffentlicht.



12. März 2007

Diskussionsforum auf luchsprojekt.de eröffnet

Auf der Website von www.luchsprojekt.de gibt es ab heute ein Diskussions-forum, in dem Themen rund um den Luchs und andere große Beutegreifer wie Wolf oder Bär diskutiert werden können. Das Forum ist für jede(n) zugänglich und bietet eine thematische Gliederung in Ökologie des Luchses, Deutung von Luchshinweisen, Konfliktmanagement großer Beutegreifer und projekt-spezifische Themen wie Monitoring oder Freilandforschung. Außerdem können jederzeit weitere Themenforen angelegt werden. Technisch basiert das Forum auf der Open Source Software von phpBB, eine weit verbreitete (und kostenlose) Forumssoftware im World Wide Web. Die wichtigsten Funktionen des Forums sind in einer Hilfedatei (pdf 73 KB, Download) beschrieben und auch im Forum selbst zu finden.

Aufrufbar ist das Forum über die Navigationszeile oben rechts oder direkt durch Eingabe von www.luchsprojekt.de/forum in Ihrem Internet-Browser.
Wir hoffen auf regen Zuspruch und angeregte Diskussionen!



01. März 2007

PNP-Meldung zum toten Jungluchs
"Luchs-Bänder: Muss Nationalpark das Projekt stoppen?"

Am 28.02. schreibt die Passauer Neue Presse zum tragischen Tod des Jungluchses: "Vier Wochen zuvor war dem Tier im Rahmen des Luchs-Projektes von Naturpark und Nationalpark ein "mitwachsendes" Sendehalsband angelegt worden...". Diese Darstellung erweckt den Anschein, dass der Jungluchs in einer gemeinsamen Aktion von Natur- und Nationalpark besendert wurde. Dies entspricht nicht den Tatsachen und soll daher im Folgenden richtig gestellt werden: Die Mitarbeiter des Luchsprojekts des Naturparks waren an der Besenderung und Überwachung des Jungluchses in keinster Weise beteiligt. Auch bei der Entscheidung, dem Jungtier ein sogenanntes "mitwachsendes" Senderhalsband anzulegen, waren sie nicht eingebunden.

Das Luchsprojekt des Naturparks ist ein Artenschutzprojekt, das mit Hilfe der Telemetrie erste Daten zu Raumnutzung und Nahrungswahl von Luchsen in Bayern erhoben hat. Die im Zeitraum 2000-2002 besenderten vier Tiere lieferten wichtige Informationen, um bei der lokalen Bevölkerung die Akzeptanz für diese Tierart zu fördern.
Die diesen Tieren angelegten (nicht dehnungsfähigen) Senderhalsbänder sind aufgrund ihres Gewichts und ihrer Form sehr tierfreundlich und können auf 20-jährige positive Erfahrungen auch im Schweizer Luchsprojekt zurückblicken. Niemals gab es damit einen Zwischenfall. Ebenso kam auch keiner der vier telemetrierten Luchse im Projekt des Naturparks aufgrund des Halsbandes zu Schaden.



23. Februar 2007

Toter Jungluchs obduziert

Im Bereich des Nationalparks wurde am 8. Februar 2007 ein toter Luchs aufgefunden und am 13. Februar 2007 zur näheren Untersuchung in die Tierpathologie München gebracht. Es handelt sich um den Jungluchs, der Anfang des Jahres im Rahmen des Luchsprojektes ein "mitwachsendes" Sendehalsband erhalten hatte. Auch wenn die Obduktion eine stark verminderte Sehfähigkeit des rechten Auges festgestellt hat, war wohl das vorzeitig auf die Endgröße geöffnete Sendehalsband ausschlaggebend für eine starke Beeinträchtigung des Luchses beim Beuteerwerb. Beim Auffinden befand sich dieses Halsband zwischen Ober- und Unterkiefer des Tieres. Hinweise auf ein Geschoss oder eine Vergiftung gab es nicht.
Der Nationalpark wird den Einsatz der Halsbänder nun einer Überprüfung unterziehen. Vorläufig werden keine weiteren Tiere mit Sendern versehen. Mit Hilfe der Besenderung von Luchsen und deren Beutetieren Hirsch und Reh sollen Erkenntnisse über die Räuber-Beute-Beziehung gewonnen werden.

Zu den Projektinformationen des Nationalparks Bayerischer Wald
siehe www.luchserleben.de



25. Januar 2007

Befund zum überfahrenen Luchs

Der am 22. Dezember bei Grafling überfahrene Luchs starb vermutlich an akutem Herzversagen. Der Zusammenprall mit dem Auto verursachte einen mehrfachen Beckenbruch mit Einblutungen in die Beckenmuskulatur sowie eine hochgradige Schädigung der Lunge. Der Luchs war ca. 2,5 Jahre alt und hatte außer den "üblichen" Darmparasiten keinerlei Krankheiten.



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