Aktuelles

3. März 2021

Tote Luchsin aufgefunden: Polizei geht von Straftat aus

Im Gemeindegebiet von Bischofsmais, Landkreis Regen, wurde eine tote Luchsin gefunden. Aufgrund der Art der Verletzungen geht die Polizei von einer Straftat aus. Sie ermittelt nun in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Deggendorf.



10. Februar 2021

Monitoringberichte für die Bayerisch-Böhmische Luchspopulation

Im Rahmen des internationalen 3Lynx-Projekts wurde von 2017-2020 weiter an einem populationsübergreifenden Luchsmonitoring gearbeitet. Entlang des deutsch-tschechisch-österreichischen Grenzgebiets wurden auf 13.000 Quadrat-kilometern (!) Fotofallen installiert, um die gefleckten Katzen zu erfassen.

Auf 9.000 Quadratkilometern wurde die sporadische oder dauerhafte Anwesenheit von Luchsen dokumentiert. Insgesamt konnten 119 selbständige Luchse (das sind erwachsene und halbwüchsige Tiere) sowie 66 Jungtiere unterschieden werden.

Diese und weitere detaillierte Ergebnisse sind in zwei englischsprachigen Monitoringberichten dargestellt. Sie umfassen die Zeiträume 2017/2018 und 2018/2019 und sind auf der Website von Interreg Central Europe 3Lynx oder hier unter InfoMaterial herunterzuladen.



28. Oktober 2020

Luchs Ivan im nördlichen Fichtelgebirge erschossen

"Ivan" wurde bei einem seiner Streifzüge ins Fichtelgebirge versehentlich von einem Jäger erschossen. Der Jäger hielt Ivan für ein Wildschwein!
Er hat sich bei der Polizei selbst angezeigt als er bei der Nachsuche anstatt eines Wildschweins einen toten Luchs fand.

Eine bemerkenswerte Geschichte, die die Polizei nun aufzuklären und auf ihre Plausibilität zu überprüfen hat. Man darf gespannt sein auf die Folgen, die dieser Fehlschuss für den Jäger haben wird.



24. Oktober 2020

Fee hat Nachwuchs

Darauf haben alle lange gewartet: Die 2016 ausgewilderte Luchsin „Fee“ hat heuer zum ersten Mal Nachwuchs bekommen. Drei Jungtiere konnten zusammen mit ihrer Mutter im Steinwald nachgewiesen werden. Zu Gesicht bekommen hat sie Revierleiter Carsten Klöble von den Bayerischen Staatsforsten. Er hat zwei der drei Jungen durch Zufall auf einem der zahlreichen kleinen Felsen angetroffen, später hat dann eine Fotofalle an gleicher Stelle Fee mit ihrem Nachwuchs abgelichtet.


Vater der Jungtiere ist sehr wahrscheinlich der Luchs „Ivan“, der im September 2018 vom Harz in den Steinwald zugewandert ist.
Ivan machte seinem Namen damals gleich alle Ehre: "Ivan, der Schreckliche" verletzte den Luchs "Hotzenplotz" bei Revierkämpfen so schwer, dass dieser an seinen Verletzungen einging; im März 2019 wurde Hotzenplotz, der wie Fee aus dem Bayerischen Wald stammte, tot aufgefunden. Ivan zeigte sein Territorialverhalten auch dadurch, dass er leider immer wieder Hauskatzen an waldrandnah gelegenen Höfen den Garaus machte.

Mit Fee meinte es Ivan naturgemäß besser. Nachdem der erwartete Nachwuchs im Frühjahr 2019 ausblieb, hat es nun geklappt: drei propere Jungen, die für ihr Alter schon recht groß sind. Da hat Fee, nun fünf Jahre alt, viel zu tun, um die drei satt zu bekommen. Gut, dass der Steinwald nicht nur "steinreich", sondern auch wildreich ist.



12. Oktober 2020

Rote Liste: Luchs eingestuft als "Vom Aussterben bedroht"

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat kürzlich die Rote Liste der Säugetiere neu aufgelegt. Der Luchs ist darin als "Vom Aussterben bedroht" eingestuft. Das ist eine Verschlechterung im Vergleich zur Roten Liste vom Jahr 2009, als der Luchs "stark gefährdet" eingestuft war. "Vom Aussterben bedroht" ist der höchste Gefährdungsstatus der Roten Listen. Nur "Ausgestorben" ist noch schlimmer.

Die Einstufung "Vom Aussterben bedroht" trägt der schlechten Bestandssituation und Bestandsentwicklung beim Luchs in Deutschland Rechnung. In keinem seiner Vorkommensgebiete gibt es Bestände mit deutlichen Zunahmen. Vom Harz aus breiten sich einzelne Luchse zwar aus und auch das 2016 gestartete Wiederansiedlungsprojekt im Pfälzerwald trägt deutschlandweit gesehen zu einer leichten Zunahme der Individuenzahlen bei. Doch die Situation in Bayern kann als desolat bezeichnet werden. Hier dümpelt die Population seit Jahren vor sich hin.

Die Gefährdungsursachen sind vielfach bekannt. Sie hängen leider immer mit den Nutzungsaktivitäten der Menschen zusammen: Sei es durch direkte Einwirkung: Luchse werden überfahren oder illegal getötet (letzteres ist besonders in Bayern als Hauptproblem identifiziert). Sei es die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrs- und Siedlungsachsen, so dass die Vernetzung der bestehenden Vorkommen behindert oder unmöglich ist. Das alles hat Folgen für die Überlebensfähigkeit der Luchspopulationen: Sie bleiben klein und isoliert. Und sie sind damit stark inzuchtgefährdet. Deshalb zählt jedes Tier, das überlebt und das sich fortpflanzt.

Es liegt also eigentlich auf der Hand, wo angesetzt werden muss. Vor allem aber muss eines klar sein: Von alleine geht nichts, nur Zuschauen und Warten bis der Luchs es vielleicht von alleine schafft, reicht nicht mehr aus. Der Luchs braucht aktive Hilfe und Unterstützung. Projekte wie im Pfälzerwald oder im Steinwald zeigen, wie es gehen kann. Viel mehr solcher Projekte sind in Zukunft notwendig, um den Luchs auch für nachfolgende Generationen in Deutschland zu erhalten!

Die Verschlechterung in der Einstufung des Luchses ist nicht nur ein gewaltiger Weckruf für den behördlichen Arten- und Naturschutz; es ist zugleich eine große Herausforderung, gilt es doch die dominierenden Nutzungsinteressen von Jagd- und Forstwirtschaft zu berücksichtigen.

Und weil der Luchs nur eine unter vielen Tierarten ist, deren Bestand in Deutschland gefährdet ist, fordert die BfN-Präsidentin Beate Jessel: "Um den Artenrückgang ernsthaft aufzuhalten [...] brauchen wir auf breiter Fläche eine naturverträglichere Land- und Forstwirtschaft. Die Rote Liste zeigt uns ganz deutlich, dass wir unsere Wirtschaftsweisen im Offenland, in den Wäldern und Gewässern verändern müssen, um unsere Artenvielfalt in Deutschland erhalten zu können."

Siehe auch: Pressemitteilung des BfN vom 8.10.2020



14. August 2020

Julchen wieder freigelassen im Fichtelgebirge

"Julchen" war im Juli 2019 im südlichen Oberpfälzer Wald auf einer Straße umherirrend aufgegriffen worden. Die wochenlangen Versuche, sie ihrer Mutter zurückzuführen waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Weil sie noch so jung war, ca. 7-8 Wochen, war anfangs eine besondere Pflege und Fütterung notwendig.

"Julchen" hat sich prächtig entwickelt und behielt ihre bemerkenswerte Aversion gegenüber Menschen. Eine gute Voraussetzung, sie wieder dorthin zu entlassen, wo so ein Wildtier hingehört: in die Freiheit!

In einem extra dafür errichteten Gehege im Forstbetrieb Fichtelberg wurde sie vor ihrer Wiederfreilassung einige Wochen eingewöhnt, damit sie Licht und Luft ihrer neuen Heimat im Fichtelgebirge kennenlernen kann. Dann wurde die Tür aufgemacht und sie konnte selbst wählen, ob sie geht oder bleibt.



Sie ging - in die Freiheit der weiten Wälder des Fichtelgebirges - und ließ sich nie mehr am Gehege blicken.

Die Fotofallen, die ihren weiteren Werdegang verfolgen sollten, lichteten sie schon eine Woche nach ihrem Auszug ab. Das erste Foto (dem noch weitere folgten) war eine riesen Erleichterung für alle, die tatkräftig mitgeholfen haben, dieser jungen Luchsin eine Perspektive in Bayerns Wäldern zurück zu geben.



11. Juni 2020

In eigener Sache: Verein Luchs Bayern e.V. gegründet

Heute zum Internationalen Tag des Luchses möchten wir die Gründung unseres Vereins zum Schutz und Erhalt des Luchses in Bayern bekannt geben!

Im Rahmen des Vereins sollen die bisherigen Schutzbemühungen zum Luchs in Bayern weitergeführt und auf eine breitere Basis gestellt werden.

Der Verein steht allen Freunden des Luchses offen. Diese braucht der Luchs mehr denn je, denn die Hauptgefährdungsursache für die bayerische Luchspopulation ist und bleibt die illegale Nachstellung. Diese gehört weiterhin öffentlich angesprochen und endlich aus Bayern verbannt.

Werden Sie Vereinsmitglied und unterstützen Sie unsere Arbeit für den Schutz und Erhalt des Luchses!

Wir sind als gemeinnütziger Verein anerkannt. Daher sind auch Ihre Spenden steuerabzugfähig. Hier geht's zum Aufnahmeantrag. Unterstützen Sie den Verein ideell oder finanziell durch Mitgliedsbeitrag, Spende oder tatkräftige Mithilfe.



Fordern Sie die Vereinssatzung an (verein@luchs-bayern.de), um sich detaillierter über Sinn und Zweck des Vereins zu informieren. Für die schnellen Leser im Folgenden die wichtigsten Punkte der Vereinssatzung:

Der Verein soll dazu beitragen, das Überleben des Luchses in Mitteleuropa
langfristig zu sichern. Er arbeitet auf Basis anerkannter fachlicher Standards und unter Berücksichtigung eines sozial-ökologischen Ansatzes, um neben ökologischen Faktoren auch sozioökonomische und gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen in sein Wirken miteinzubeziehen.

Der Verein verwirklicht diesen Zweck u.a. durch ...
die Förderung und Durchführung von wissenschaftlichen Projekten, Maßnahmen, Veranstaltungen und Forschungsvorhaben.
den Unterhalt von Wissenschafts- und Forschungsprojekten im Arten- und Naturschutz als Träger.
die Durchführung von Maßnahmen zur ökologischen Umweltbildung.
die Beratung und Information von öffentlichen Stellen und privaten Verbänden in Bezug auf den Schutz und Erhalt des Luchses.
das Mit- und Einwirken bei Planungen, Verfahren und Maßnahmen, die die Belange des Luchsschutzes berühren.
die Zusammenarbeit mit Behörden, anderen Vereinen und Verbänden in den Bereichen Arten- und Naturschutz, Land-, Jagd- und Forstwirtschaft, Forschung, Wissenschaft und Umweltbildung.
den grenzüberschreitenden Austausch und die Zusammenarbeit mit Behörden, Vereinen, Verbänden und Initiativen.

Danke an alle Fürsprecher und Unterstützer, die mitgeholfen haben, den Verein ins Leben zu rufen!

Die Website www.luchs-bayern.de wird nun Schritt für Schritt auf die neue Organisation umgestellt. Wenn noch an der ein oder anderen Stelle das Luchsprojekt Bayern erwähnt ist, bitten wir um Nachsicht.


29. April 2020

Wieder ein Luchs im Oberallgäu aufgetaucht

Im Naturpark Nagelfluhkette bei Balderschwang wurde am 18. März ein Luchs durch eine Fotofalle erfasst. Dies ist der zweite Nachweis eines Luchses in den Allgäuer Alpen. Vor fast genau einem Jahr, im Februar und März 2019, wurde ein Luchs ebenfalls durch eine Fotofalle bei Bad Hindelang abgelichtet. Beide Orte sind rund 20 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Eigentlich keine Entfernung für Luchse. Aber festzustellen, ob es sich um den gleichen Luchs handelt, ist wegen der schlechten Bildqualität des aktuellen Fotos leider nicht möglich.
Luchs im Oberallgäu, März 2020, (c) Naturpark Nagelfluhkette e.V.
Der Ursprung des dies- und letztjährigen Luchses liegt sehr wahrscheinlich in Vorarlberg, Österreich, wo im Jahr 2017 erstmals eine Luchsfamilie mit drei Jungtieren nachgewiesen wurde. Ende Februar 2020 tappte zudem im österreichischen Walsertal bei Buchboden ein Luchs in eine Fotofalle, rund 25 Kilometer Luftlinie südlich von Balderschwang. Gut möglich also, dass die Luchse Abkömmlinge dieser einen Vorarlberger Luchsfamilie sind.



3. März 2020

Pressemitteilung des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU)

Gestern veröffentlichte das BayLfU folgende Pressemitteilung:
+++
Für das Monitoringjahr von Mai 2018 bis April 2019 wurden in Bayern 60 selbständige Luchse sowie 26 Jungtiere nachgewiesen. Ein Großteil dieser Tiere ist grenzüberschreitend im Dreiländereck Deutschland/Tschechien/Österreich unterwegs. Überwiegend in Bayern leben davon 49 Luchse einschließlich 17 Jungtiere. Ein wichtiger Gradmesser für den Zustand der Population sind die Weibchen mit Nachwuchs: Das sind im zurückliegenden Monitoringjahr elf Weibchen und somit gut ein Drittel der festgestellten selbständigen Luchse. Nach vielen Jahren der Stagnation ist eine leichte Zunahme und Ausbreitung des Bestandes erkennbar.

Das Luchsvorkommen in Ostbayern ist eine von drei Populationen deutschlandweit. Trotz der leicht positiven Entwicklung bleiben Luchse stark gefährdet. Als Risikofaktoren sind auch illegale Nachstellungen und Wildunfälle im Straßenverkehr zu nennen.

Um ein Gesamtbild der Verbreitung über die Ländergrenzen hinweg zu erhalten, starteten Deutschland, Tschechien und Österreich 2017 das Projekt 3Lynx innerhalb des EU-Förderprogramms Interreg Central-Europe mit elf Projektpartnern. Ein Monitoringsystem mit Wildkameras wurde auf einer Fläche von 13.000 km² aufgebaut. Um Doppelzählungen zu verhindern und Wanderungen grenzüberschreitend zu erfassen, werden die gewonnenen Daten von Wissenschaftlern aller Projektpartner gemeinsam ausgewertet. lm ersten Beobachtungsjahr (Mai 2017 bis April 2018) wurden zwischen Regensburg, Linz, Freistadt, Budweis, Pilsen und Bayreuth insgesamt 107 Luchse gezählt, darunter 32 Luchsweibchen mit 62 Jungtieren.
Für ein effektives Luchsmanagement sind Abstimmungen über die Staatsgrenzen hinweg notwendig. Eine länderübergreifende Schutzstrategie soll dazu beitragen, die Lebensraumsituation für die Tiere zu verbessern und illegale Nachstellungen weiter zu reduzieren. +++



7. Februar 2020

Luchsverbreitung in Deutschland: 2018/2019

Das BfN veröffentlichte die Ergebnisse der jährlichen Erhebung der Bundesländer für das Monitoringjahr 2018/2019 in einer Verbreitungskarte samt Erläuterung. Insgesamt konnten 137 Luchse, davon 88 selbständige (halbwüchsig und erwachsen) Luchse sowie 49 Jungtiere, in Deutschland nachgewiesen werden.

In Bayern sind 60 selbständige Luchse (erwachsene und halbwüchsige) sowie 26 Jungtiere nachgewiesen worden. Nicht alle diese Luchse können jedoch vollständig der bayerischen Landesfläche zugerechnet werden, da sie ihren Aufenthaltsschwerpunkt in Tschechien oder Österreich haben. Das heißt, sie haben sich nur wenige Tage oder Wochen in Bayern aufgehalten und/oder ihr Revier liegt hauptsächlich auf Seite der Nachbarländer.

Insofern kann die Anzahl der Luchse mit Aufenthaltsschwerpunkt in Bayern mit 32 selbständigen Tieren und 17 Jungtieren angegeben werden. Die wichtigste Zahl dabei ist allerdings die Anzahl der Weibchen, die sich in diesem Jahr fortgepflanzt haben. Das sind auf bayerischer Landesfläche nur elf Luchsweibchen.
Im Vergleich zum letzten Monitoringjahr (1.5.2017-30.4.2018) ist das ein leicht positiver Trend: von 26 auf 32 Selbständige bzw. von 15 auf 17 Jungtiere.

Ob dieser Trend anhalten wird, ist von der Höhe der menschlich bedingten Mortalität abhängig: dazu zählen Verluste durch Straßenverkehr aber vor allem durch illegale Tötung. Die illegale Tötung ist die Hauptgefährdungsursache aller mitteleuropäischen Luchspopulationen. Ihr Ausmaß ist jedoch in Bayern besonders gut untersucht, da mit dem Einsatz von Fotofallen das plötzliche Verschwinden insbesondere reviertreuer Luchse schnell offensichtlich wird.




Wie können Sie mithelfen?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie dem Luchs helfen können.
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