Ausrottung und Rückkehr

Ausrottung …

 

 

Nahe Zwiesel wurde im Jahr 1846 der letzte Luchs im Bayerischen Wald erschossen. Im unzugänglichen Böhmerwald konnten sich Luchse dagegen noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts halten.
     

Quelle: Staatsbibliothek Bamberg
(Oec.q.24
)
  Die Ausrottung des Luchses erfolgte, wie auch bei Wolf und Bär, in zwei Etappen. Zuerst drängte man die Großraubtiere in für uns Menschen unzugängliche Bereiche zurück. Dann, als auch diese Gebiete mehr und mehr durch uns Menschen genutzt wurden (zum Beispiel durch Kleinviehhaltung von Schafen und Ziegen in Waldweide, Rinderhaltung auf Schachten und Almen), erfolgte eine gezielte Nachstellung, um die Übergriffe auf Vieh zu verhindern.
 

Dabei spielte auch eine große Rolle, dass die natürlichen Beutetiere des Luchses wie Reh und Rotwild im Bayerischen Wald stark dezimiert waren, das Rotwild sogar ausgerottet.

Als der Luchs dann auf Nutztiere auswich, besiegelte das seine Ausrottung.

 

 

… und Rückkehr

   

In den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es vereinzelt wieder Luchshinweise im Böhmerwald. Auch aus Bayern werden Beobachtungen gemacht (1954 und 1968 im Bayerischen Wald, 1962 im Fichtelgebirge). Da diese Einzelhinweise zeitlich vor den Wiederansiedlungen liegen, bieten sich zwei Möglichkeiten als Erklärung an: (1) der Luchs war nie gänzlich aus den großen, grenznahen Waldungen verschwunden; (2) Luchse wanderten sporadisch aus den Karpaten zu.

 

1970 bis 1974 werden im Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald in einer heimlichen Aktion Luchse wahrscheinlich karpatischen Ursprungs freigelassen. Wieviele Tiere genau ausgesetzt wurden, ist bis heute unklar - man spricht von 5 bis 10 Individuen.

Die heimliche Auswilderungsaktion, inzwischen als "zwischenmenschliche Altlast" bezeichnet, hat sehr zum Misstrauen der Jäger und Landwirte gegenüber dem Artenschutz beigetragen. Bis heute hält sich beispielsweise hartnäckig der Vorwurf, Luchse würden nach wie vor illegal ausgesetzt.
In den achtziger Jahren werden auf tschechischer Seite in einer offiziellen Aktion insgesamt 17 Tiere im Bereich des heutigen Sumava-Nationalparkes freigelassen. Ausgehend von diesem Grundstock hat sich der Luchs seit Anfang der neunziger Jahre in den grenznahen Hochlagen etabliert.